Tarifvertrag privates versicherung

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Es gibt zwei Varianten der Deckungsquote, je nachdem, ob man sich auf die Gruppe der Arbeitnehmer anpasst, die rechtlich vom Recht auf Verhandlungen ausgeschlossen sind (siehe “Kollektivverhandlungen: Niveaus und Deckung”, F Traxler, OECD Employment Outlook, 1994, und Traxler 1996, oben zitiert): Die wirtschaftlichen und geschäftlichen Rahmenbedingungen werden in der ersten oder zweiten Runde der Tarifverhandlungen dargestellt. Um ihre Position zu unterstützen, stellt jede Seite die relevanten Benchmark-Daten aus ihrer Perspektive vor. Darüber hinaus werden Empfehlungen von Wirtschaftsinstituten und/oder Experten diskutiert. Die Profitabilität und wettbewerbsorientierte Position der Unternehmen stehen im Mittelpunkt der Diskussion ebenso wie die Geschäftsentwicklungsprognosen und die Lohnsituation der Mitarbeiter. Auch Tarifverträge, die in anderen Branchen geschlossen werden, können eine entscheidende Rolle spielen. In sechs der übrigen 16 Länder (ohne informationen über Polen und Ungarn) sind Erweiterungsmechanismen entweder weithin akzeptiert (wie in Österreich, Belgien, Luxemburg, Portugal und der Slowakei) oder kein Thema für die öffentliche Diskussion, was darauf hindeutet, dass weder die Tarifparteien noch die Behörden Druck verspüren, Erweiterungspraktiken in Frage zu stellen oder anzufechten (aus Griechenland). Der unbereinigte Satz misst die relative Bedeutung des Tarifvertrags als Regulierungsmechanismus in einem bestimmten Land. Der angepasste Satz gibt die “Governance-Kapazität” eines Tarifvertrags innerhalb seines eigenen Bereichs an. Um zu einem gültigen länderübergreifenden Vergleich der Tarifbindung zu gelangen, ist es wichtig, zwischen den beiden Varianten zu unterscheiden, da sich die Länder in dem Ausmaß unterscheiden, in dem Arbeitnehmer vom Recht auf Verhandlungen ausgeschlossen sind.

Schließlich beziehen wir uns nur auf die formale Abdeckung von Tarifverträgen, die durch ihren Anwendungsbereich abgegrenzt sind. Daher betrachten wir keine informellen “Spillover” der Bedingungen der Tarifverträge auf Unternehmen, die nicht formell unter sie fallen. Die formale Abdeckung von Tarifverträgen umfasst jedoch auch die Arbeitnehmer, die Gegenstand von Verlängerungsverfahren sind. Im Juli 2011 unterzeichneten die deutschen Sozialpartner in der privaten Versicherungswirtschaft einen Tarifvertrag für 160.000 Büroangestellte der Branche. Nach vier Gesprächsrunden und Streikaktionen einigten sich der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen und die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft auf eine gestaffelte Lohnerhöhung von insgesamt 5,2 % und eine Pauschalzahlung von 350 Euro. Die Arbeitgeber sagen, sie könnten sich den Deal nur leisten, während die Gewerkschaft betont, dass sie einen Rückgang der Standards verhindert hat. Erstens kündigt einer der beiden Sozialpartner (Arbeitgeberverband oder Gewerkschaft) die Kündigung des Tarifvertrags. Die Gewerkschaften stellen ihre Forderungen bei den Arbeitgebern vor und informieren in der Regel gleichzeitig die Presse. Sie erläutern ihre Forderungen, machen ihre Ziele klar und begründen, warum diese Forderungen als erreichbar gelten.

Die Arbeitgeber formulieren ihrerseits ihre entsprechenden Gegenforderungen und informieren die Gewerkschaften und gegebenenfalls die Öffentlichkeit über die Situation und die Rahmenbedingungen in der Branche. Darüber hinaus haben AGV und ver.di im August 2011 eine Pauschalzahlung von 350 Euro ausgehandelt, obwohl die Beschäftigten der unteren Lohngruppen A, B und I, II, eine höhere Einmalzahlung von 450 Euro erhalten. Die Jahresvergütung der Auszubildenden in der Versicherungswirtschaft wird zum 1. September 2011 um 25 € und am 1. Oktober 2012 um den gleichen Betrag erhöht.