Tarifvertrag für die beschäftigten in der deutschen immobilienwirtschaft berlin

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DRIBBUSCH Heiner (2007), “Arbeitskampf in einem Niedrigstreikland: Streiks in Deutschland Eichhorst, W., P. Marx (2011), Reform ing German Labour Market Institutions: A Dual Path to Flexibility. Journal of European Social Policy 21 (1): 73–87. 21Als hochindustrialisiertes Land bis in die 1990er Jahre hatte Deutschland eine bemerkenswert niedrige Lohnstreuung und einen relativ kleinen Niedriglohnsektor erlebt (Streeck 1997, Müller-Jentsch/Ittermann 2000). Diese Konfiguration hat sich dramatisch geändert. Diese Veränderungen wurden durch die zunehmende Desorganisation der Arbeitgeberverbände gefördert. Immer mehr Arbeitgeber ziehen sich aus ihren Verbänden zurück oder wechseln ohne die Pflicht zur Durchführung der Tarifverträge (sogenannte OT-Mitgliedschaft) in eine Mitgliedschaft (Streeck 2009). 3 Ein Teil der Erklärung für das überdurchschnittliche Wachstum und die überdurchschnittliche Leistung ist das spezifische Machtverhältnis im internationalen Austausch. Es liegt auf der Hand, dass die deutsche Wirtschaft neben Waren stark genug ist, auch die Arbeitslosigkeit zu exportieren. Darüber hinaus ist klar, dass diese vergleichende und exportorientierte Stärke auf niedrigeren Lohnerhöhungen beruht, die als Schwäche der Arbeits- und Gewerkschaften interpretiert werden können. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts und vor allem seit der Wiedervereinigung ist das deutsche System der Arbeitsbeziehungen erheblich unter Druck geraten. Vor der Wiedervereinigung lag die Deckungsquote durch Tarifverträge bei rund 85 % (Visser 2015).

Die meisten Unternehmen gehörten einem Arbeitgeberverband an, und selbst unternehmen, die nicht tarifgebunden waren, neigten dazu, die tariflich vereinbarten Lohnsätze als Bezugspunkte zu verwenden (Bosch 2018). Einige Tendenzen zeigten jedoch deutlich die geringere Bedeutung der Arbeitsbeziehungen nach der Wiedervereinigung: sinkende Gewerkschaftszugehörigkeit und Tarifbindung sowie eine Abnahme der Bedeutung der Mitbestimmung in Organisationen. Weitere Entwicklungen, die zu signifikanten Veränderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt führen, lassen sich auf transnationale Prozesse innerhalb der Wirtschaft und auch auf Deregulierungspolitiken zurückführen. Die Transnationalisierung bedeutete, dass Unternehmen immer mehr dem Kostendruck ausgesetzt waren und mit steigenden Renditen konfrontiert wurden (Neubäumer/Tretter 2008; Struck 2006). Dadurch wurden die Produktionsprozesse unterteilt und Teile der Unternehmen ausgelagert. Diese Veränderungen trugen zu einer geringeren Elastizität angesichts von Nachfrageschwankungen bei (Picot/Wigand 2001). Darüber hinaus nahm die Innovationsgeschwindigkeit zu, während die Produktzyklen dagegen kürzer wurden. Auch die Deregulierung in Form des Arbeitsleasinggesetzes und des Teilzeit- und Befristungsgesetzes hat spurenim In-Vertrag hinterlassen.

Die “Hartz”-Gesetze, die auf eine Politik der Aktivierung von Arbeitslosen durch mehr Arbeitsdruck und die Aufnahme von atypischen Arbeitsplätzen abzielen (Eichhorst/Marx 2011: 74), erhöhten wiederum den Lohndruck auf Arbeitsplätze mit leicht austauschbarem Personal.